Tirol entkategorisieren: Tour der Laden

 
Tirol entkategorisieren geht back to the basics und gezielt zur grundlegenden Struktur von Rassismus: dem Kategorisieren, dem Schubladendenken im Kontext der Migrationsgesellschaft. Das Projekt macht Rassismus über dieses zentrale Element auf kreativ-experimentierende Weise zum Thema und greift ihn an: Es legt offen, dass alle Menschen davon ge- und betroffen sind. Gerade der Zugang über das Schubladendenken lässt erkennbar werden, dass Rassismus alle angeht.
 
Tirol entkategorisieren geht auf Tour durch Tirol, um im öffentlichen Raum zu intervenieren, zu irritieren – und Menschen zusammenzubringen, zum Suchen und Erschließen gemeinsamer Handlungsmöglichkeiten gegen die Ohnmacht und zum gemeinsamen Anfangen anzuregen. An allen Tour-Stationen wird ein Aktionstag gestaltet. Im Mittelpunkt steht dabei ein Schubladenschrank, dessen Laden Objekte zum Thema enthalten und zum Stöbern, Nach- und Hinterfragen und Nachdenken einladen. Mit dem aus dem privaten in den öffentlichen Raum verpflanzten Alltagsobjekt-Möbelstück wird ein Zeichen gesetzt – und mit den Passant_innen vor Ort das Gespräch darüber gesucht. Denn Ziel ist es, Kategorisierungen und Schubladendenken mit rassistischem Hintergrund, das zugrundeliegende Scheinwissen und die alten und neuen Feindbilder zu irritieren, vielleicht auch aufzubrechen. Passant_innen, die einen Schritt weiter gehen wollen, können diesen dann in zeichenhafter Form setzen und ein (fotografisches) Statement geben – oder auch mehr.
 
Für direkte Betroffene von Rassismus und für Zeug_innen von Übergriffen und Abwertungen wird temporär (und bewusst improvisiert) ein Ort geschaffen, an dem ihre Erfahrungen Raum und Gehör finden können: die (diskret abschirmbare) Ladefläche des Transport-LKWs. Möglich wird dies durch die Kooperation mit einer weiteren Nichtregierungsorganisation (NGO), dem Tiroler Institut für Menschenrechte und Entwicklungspolitik (time) aus Innsbruck: time wird zugleich mit TIGRA an den Aktionstagen vor Ort präsent sein – und zwar mit dem Projekt „Buch & Mensch“, in dessen Rahmen über Büchermärkte antiquarische Bücher zugunsten der regionalen Menschenrechtsarbeit verkauft werden. Der Transport-LKW des Projekts „Buch & Mensch“ kann so zugleich als Transport-LKW für die TIGRA-Schubladenschränke genutzt werden – und als „Beratungsmobil“.
 
Unsere Stationen:
  1. Wörgl, am 19.09.2014 vor dem City Center
  2. Telfs, am 27.09.2014 Untermarktstraße
  3. Schwaz, am 03.10.2014 Stadtplatz
  4. Landeck, am 10.10.2014 Malserstraße
  5. Innsbruck, am 31.10.2014 Maria-Theresien-Straße: Höhe MANNA Cafe
  6. Kufstein, am 08.11.2014
  7. Imst, 29.11.2014 FMZ Imst
  8. Innsbruck, am 4.12.2014 Geiwi: Bruno-Sander-Haus
 
Zurück zur Startseite
 
 
© TIGRA 2015 | Spendenkonto: AT52 5700 0300 5331 9545